Marokko

Posted: 12. April 2019

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Marokko, zwischen Chaos und Natur

Nachdem wir letztes Jahr im Januar in Israel und Jordanien unterwegs waren, suchten wir ein neues Ziel im Nahen Osten oder Nordafrika. Dank Instagram war schnell klar, dass es Marokko werden sollte. Wer kennt nicht die zahlreichen Bilder von den Souks in Marrakech oder der zahlreichen Türen in Fes.

Ich verfolgte schon im März 2018 die Instagram Story von @candik_lein aus dem lebendigen Marrakech, die Jahreszeit war perfekt um eine kleine Sightseeing Tour durch Marokko zu planen. Jedoch war uns klar, dass wir keine 8 Tage in Marrakech verbringen wollten, dafür gab es noch andere Ziele, die bereist werden sollten.

Der Frühling in Marokko ist eigentlich ziemlich mild, jedoch hatten wir in der Woche Termperaturen bis 30 Grad im Schatten, für ein Städtetrip nicht ideal, aber wer will sich schon beschweren.

Wie jedes Jahr, schlossen sich meine Schwester und mein Schwager der Reise an. Mitterweile ist es Tradition geworden, dass wir Anfang des Jahres einen gemeinsamen Trip unternehmen.

Freunde von uns, die wir auf einem Kreuzfahrtschiff kennengelernt haben, stoßten spontan dazu, somit bestand unsere Reisegruppe aus 6 Personen.

Nach zahlreichen stöbern in verschiedenen Blogs und Reiseführern hatte ich die Route für uns zusammengestellt.

Fes

Marrakech

Ait Ben Haddou

Es ging von Düsseldorf Weeze nach Fes und der Rückflug von Marrakech nach Düsseldorf Weeze. Der Flugpreis lag hierfür bei 95€ p.P. und wir flogen mit https://www.ryanair.com. Die Flugzeiten waren super, es ging um 7.30 Uhr Richtung Fes und um 18.55 Uhr zurück nach Düsseldorf.

Im November 2018 hat Ryanair die Handgepäck Richtlininen geändert, es ist nur noch eine kleine Handtasche inklusive. Also buchten wir noch 4 Handgepäckskoffer dazu, die Kosten hierfür variieren und fangen bei 10€ an.

Wir reisen seit Januar 2018 mit den Rucksäcken von Osprey Fairpoint 40 (https://www.amazon.de/Osprey-Farpoint-Mens-Travel-Pack/) und sind absolut begeistert. Leider sind wir noch nicht soweit die Rucksäcke für längere Reisen zu nutzen, da wir nicht richtig minimalistisch packen können.

Da wir uns in Marokko individuell fortbewegen wollten, mußten wir uns um einen Mietwagen kümmern. Diese buchte ich bei https://www.sunnycars.de, da wir regelmäßig Gutscheincodes zugeschickt bekommen und alle Versicherungen gut abgedeckt sind. Leider mussten wir feststellen, dass ein SUV für 6 Personen viel zu teuer war und so entschieden wir uns für 2 Kleinwagen.

Der Preis hierfür lag bei 200€ (Fahrzeugmiete) und 100€ EInwegmiete für insgesamt 8 Tage pro Auto.

Man braucht für Marokko kein Visum, der Reisepass reicht aus um einzureisen.

Es ging ziemlich früh Richtung Düsseldorf Weeze. Unser Auto lassen grundsätzlich immer auf dem Flughafenparkplatz P3 stehen und zahlen für 8 Tage 65€.

Am Flughafen muss man einen Einreisezettel ausfüllen und diesen bei der Passkontrolle vorzeigen. Direkt am Flughafen haben wir direkt etwas Geld abgehoben, damit wir die ersten Tage etwas zur Verfügung hatten. (1€ : 10,86Dirham)

Mit dem Mietwagen ging es direkt in die Medina von Fes, denn hier hatte ich über eine liebe Instagram Bekanntschaft (isytravelyogi) unser Hotel gebucht https://www.booking.com/hotel/ma/riad-razane-fes.de

Bei dem Hotel handelte es sich um ein Riad, es ist ein marokkanisches Haus, mit einem Innenhof und Garten. Das Riad wurde mit Beginn des Islams populär, denn es bot Familien, Privatspäre und Schutz.

Im Vorfeld hatte ich das Riad angeschrieben, ob es in der Nähe Parkmöglichkeiten geben würde und wie wir am besten dorthin gelangen. Per Mail erhielten wir eine kleine Wegbeschreibung, denn in der Medina sind keine Fahrzeuge erlaubt. Tatsächlich fanden wir schnell einen Parkplatz und wir konnten für unglaubliche 1,50€ pro Auto 2 Tage stehen bleiben.

Fes hat eine Besonderheit, es gibt über 11.000 Gassen und seit Gründung der Stadt 789 n. Chr. wurde keine vollständige Karte mehr erstellt. Sie ist die älteste der 4 Königsstädte des Landes.

Deswegen heißt der Slogan der Stadt: Let’s get lost! That is part of the game!

Allerdings fanden wir das Riad Razane ziemlich fix und wir wurden mit Datteln und Minztee herzlich begrüßt.

Von außen nur eine große Holztür und innen war man im Garten Eden.

Hamza leitete dieses Riad mit seinem Onkel Ali, er zeigte uns die Zimmer und die Dachterasse. Hier verbrachten wir unglaubliche 2 Tage, denn Hamza machte unseren Aufenthalt zu einer kleinen Privatparty.

Den restlichen Tag nutzten wir, um die Medina etwas zu erkunden, ohne wirkliches Ziel, denn Hamza organisierte uns für den nächsten Tag einen deutschen Guide, der uns alle Sehenswürdigkeiten zeigen wollte.

Wir schlenderten durch die Gassen und die Souks, niemand sprach uns an und wir konnten uns alles in Ruhe anschauen. Allerdings kann es an unserer Gruppengröße liegen, denn viele berichten von Jugendlichen, die einem gegen Entgelt den Weg zeigen wollen.

Marco war wieder im absoluten Shoppinghimmel, er konnte wieder handeln und an jedem Stand essen probieren.

Gegen Abend kehrten wir ins Raid zurück, um bei einem Glas Vodka-O den Sonnenuntergang über der Stadt zu genießen. Alkohol haben wir im Duty Free Shop am Flughafen in Düsseldorf Weeze gekauft, denn Marokko ist ein muslimisches Land, in dem Alkohol nicht frei ausgeschänkt wird. Auf der Terasse kamen noch 2 deutsche Studenten aus dem Rheinland dazu und der Abend nahm einen wunderbaren Lauf.

Hamza arrangierte uns ein Abendessen, was leider erst gegen 22.30Uhr fertig geworden ist, denn wir denken er hat es vergessen in Auftrag zu geben, weil wir uns verquatscht haben.

Es gab Vorspeisen aus Oliven und Brot, zum Hauptgang eine Tajine mit Hähnchen, Kartoffeln und Gemüse und zum Nachtisch servierte er uns noch Obst.

Frühstück gab es im Innenhof und bestand aus Brot, Marmelade, Pfannekuchen, Kaffee, Tee und O-Saft.

Unser Guide war für marokkanische Verhältnisse super pünklich. Er trug ein marokkanisches Gewand, was uns sehr an eine Mönchkutte erinnerte.

Es ging zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten:

Bab R’cif ist das Eingangstor zur Medina. Ab hier geht es durch die zahlreichen Gassen zu den Souks von Fes.

Medersa Attarine, ist eine ehehmalige Koranschule und gehört seit 1981 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Es ist mit marrokanischen Fliesen und Mosaik verziert. Der Eintriit kostet 20 Dirham und auch für ’nicht Muslime‘ zugänglich.

Durch die Souks ging es zu dem Highlight der Stadt. In den Chouara Tanneries (Gerberei), wird das Leder noch per Hand gefärbt, nach traditioneller Methode. Im Gerberei-Viertel gibt es viele Geschäfte, die Terassen besitzen, um das Spektakel live zu betrachten.

Unser Guide führte uns zu einer dieser Terassen. Am Eingang wurde Minze verteilt, da der Geruch ziemlich streng sein sollte, doch wir haben es nicht als unangenehm empfunden. Als wir oben angekommen sind, war ich total enttäuscht, denn es war nicht die Gerberei, die ich von Instagram kannte und in zahlreichen Blogs erwähnt wurde.

Ich zeigte dem Guide das Bild und gab ihm den Hinweis, dass wir zum Laden Nr. 14 müssten. Tatsächlich brachte er uns zu dem Laden und der Terasse, die ich bei Instagram entdeckte hatte.

Danach ging es für Anna und mich zurück ins Riad und der Rest ist mit unserem Guide noch auf einem Berg gefahren, um die Stadt von oben zu betrachten. Diese Tagestour hat ingesamt 40€ gekostet.

Diesen Abend verbrachten wir wieder auf der Dachterasse mit Hamza und den beiden Studenten. Die Stimmung war herzlich, wir sprachen über Bräuche, Familie, Marokko und den Islam. Gegen 2.00Uhr gingen wir ins Bett, da wir morgens Richtung Marrakech mussten und die beiden Studenten noch in Rabat rausschmeißen wollten, da es auf unserem Weg lag. Hamza wollte uns nicht gehen lassen und bittete uns noch eine Nacht im Riad zu bleiben. Leider hatten wir einen straffen Zeitplan und mussten schweren Herzens absagen.

Morgens frühstückten wir alle zusammen, Hamza verabschiedete sich von uns und wir fuhren Richtung Marrakech. Von Fes nach Marrakech sind es 530 km. Unser erster Stopp war in Rabat am Mausoleum von Mohammed V,  wo wir die Beiden rausgelassen haben. (kleiner Fotostopp inklusive)

Weiter ging es Richtung Marrakech. Für diese Strecke haben wir ingesamt über 7 Stunden gebraucht und mussten mehrere Mautstellen durchfahren. Marco wurde von Polizei rausgezogen, er hat die Geschwindigkeit um 30km/h überstritten. Wir waren alle etwas angespannt, denn wir wussten nicht, welche Strafe dies zur Folge hatte. In Deutschland wäre der Führerschein eingezogen worden. Jetzt ratet mal was wir zahlen mussten? -> 40€ und durften weiterfahren.

In der Stadt angekommen, herschte überall Chaos, Menschen, Fahrräder, Roller, LKW’s und Autos fuhren kreuz und quer. Marco ist mit einem solchen Verkehr mittlerweile vertraut, Daniel allerdings hatte großen Respekt. Doch jeder der schonmal im Kreisverkehr der Champs Elysee unterwegs war, kann dieses Gefühl nachempfinden.

Unser Auto parkten wir auf einem Park4night Parkplatz am Tor der Medina und bezahlten für 5 Tage 20€ pro Auto.

Von dort aus ging es zum Treffpunkt mit unserem Dar’s Vermieter. Ich suchte nach einer Unterkunft, die wir für uns alleine hatten und über eine Dachterasse verfügte. Marrakech bietet zahlreiche Unterkünfte von Hostels bis hinzu Luxus Riads.

Ein Dar hat keinen Innenhof und keinen Garten, aber der Preis war unschlagbar -> 444€ (6 Personen //  4ÜN) https://www.airbnb.de/rooms/10556395

Wir liefen durch die Medina zum Bahia Palace, da wurden wir freundlich empfangen und zum Dar gebracht. Hier ging es auch durch zahlreiche Gassen, bis wir am Dar angekommen sind. Es hatte 3 Stockwerke, eine Küche, ein Wohnzimmer, eine Essecke, 3 Schlafzimmer, eine Terasse und ein Rooftop.

Um Marrakech besser kennenzulernen, kontaktierte ich Nadine, die Touren innerhalb Marokkos anbietet. https://www.frombrementomorocco.com/

Sie hat sich ein kleines Unternehmen aufgebaut und arbeitet mit Tourguides zusammen. Leider kam es meinerseits zu einem Missverständnis, so dass Nadine nicht konnte, aber eine Vertetung für den nächsten Morgen geschickt hatte.

Abdessamad fuhrte uns zuerst zum Bahia Palace, der in der Nähe unseres Dar lag.

Er gehört zu den schönsten Palästen Marokkos und auch wenn die Räume leer stehen, wirken sie immernoch eindrucksvoll und prächtig.

Fast jeder Raum besteht aus kunstvolle Marmorfliesen und phantasievolle Mosaiken.

Die Zimmerdecken wurden im maurischen Stil aus Zedernholz geschnitzt. Die herrlich angelegten Innenhöfe und Gärten laden zum erholsamen Verweilen ein. Der Eintritt hier lag bei 7€ p.P.

Es ging durch die Medina zur ersten Kaffeepause im Kasbah Cafe. Es ist ein wunderschönes Restaurant und man hat einen unglaublichen Blick über die Gassen von Marrakech.

Unser nächster Stopp war an der Koutoubia Moschee, hier ließen wir uns alte Geschichten über Marrakech erzählen. Die Moschee gehört zu den ältesten Marokkos und hat einen Charmen aus 1001 Nacht.

Dann ging es los, durch die Souks von Marrakech, vorbei an stapelnden Gewürzsäcken und Kräuter.

In den verwinkelten Gassen prasseln 1000 Sinneseindrücke und Gerüche auf einen ein. Man bekommt hier alles was das Herz begehrt, Kleidung, Schuhe, Lampen, Keramik, Silberwaren oder Chamäleons. Ein Shoppingparadies im Ortient-Stil, jedoch ist handeln auf diesen Souks pflicht!

Die Verkäufer sind teilweise ziemlich nervig, so dass ihr starkes Auftreten braucht und oft ‚shukran‚ (danke) sagen müsst.

Ich bin froh, Marco auf solchen Märkten an meiner Seite zu haben, denn er hat italienisches Temperament im Blut und liebt es zu handeln.

Hier verbrachten wir fast den ganzen Mittag, bis wir über den berühmten Platz ‚Djemaa el Fna‚ unsere Tour beendeten. Dieser Platz ist das Wahrzeichen von Marrakech, es ist der Marktplatz der „Platz der Gehenkten“. Hier findet ihr Stände mit Essen, Schlangenbeschwörer, Wahrsager, Musiker und Frauen, die anderen Frauen die Hände mit Henna bemalen.

Am Abend machten wir leider keine gute Erfahrung mit dem Djemaa el Fna, denn wir waren auf der Suche nach einer Lokalität für unser gemeinsames Abendessen. Im Vorfeld las ich, dass man abends auf dem Marktplatz essen kann. Natürlich kam mir sofort der Gedanke ‚night food market‚ in den Sinn, die wir in Asien oft nutzten. Doch es entpuppte sich als absolute Touristen Abzocker. Man muss starke Nerven haben, um den zahlreichen Standbesitzern aus dem Weg zu gehen. Wir entschieden uns, nahmen Platz, wählten etwas aus und zahlten unglaubliche ingesamt 72€, für etwas Salat, Gemüse und ein paar Hähnchen Spieße. Marco versuchte mit dem Besitzer zu diskutieren, doch es war hoffnungslos. Wir sahen keinen Ausweg und zahlten den Preis, denn es würde nichts bringen, an diesem Ort Stress anzufangen.

Leider ging unsere Abzocke in die nächste Runde. Die Jungs wollten gerne ein Champions League Spiel schauen, wir fragten uns durch, fanden eine Bar, die das Fußballspiel zeigte und dazu ein Bierchen anbot. Um Mißverständissen aus dem Weg zu gehen, erfragte Marco vorher den Bierpreis. Nach dem Spiel bezahlte Marco pro Bier 1,50€ mehr als vereinbart, weil es Lagerbier war und nicht aus der Flasche.

Da es nicht unsere erste Reise war und wir wissen, dass es überall auf der Welt die Art von Abzocke gibt, fanden wir es trotzdem nicht ok, wie man uns behandelte. Wir haben marokkanische Freunde und selbst diese berichteten uns, das es gerade in Marrakech ziemlich extrem ist. Die Art und Weise mancher Marokkaner war ziemlich arrogant und frech.

Trotzdem können wir euch Marokko ans Herz legen, denn diese Erfahrung machten wir nur in Marrakech und nur an diesem Abend.

Meine Schwester und ich entschieden uns spontan am nächsten Morgen ins Altasgebirge zu fahren. Über getyourguide buchten wir eine Atlasgebirge Tour. https://www.getyourguide.de/marrakesch-l208/atlasgebirge-privater-tagesausflug-mit-kamelritt-t62241

Es war die beste Entscheidung dieser Reise, denn wir hatten einen wunderschönen Tag mit wunderbaren Menschen. Am Bahia Palace wurden wir von unserem Fahrer abgeholt, dann ging es Richtung Imlil. Es gab einen kurzen Stopp in einer Arganöl Fabrik, die von Frauen geleitet wird. Vor Ort gab es ein kleines marokkansiches Frühstück bevor es weiter ging. Nach einem weiteren Fotostopp ging es von Imlil in das Dorf Tamatert. Mustafa war ein toller junger Mann, der uns Marokko aus seiner Sicht zeigte.

Weit weg vom Trubel der Großstadt, war die Welt in den Bergen eine völlig andere. Wir begegneten zahlreichen freundlichen Menschen.

Der Aufstieg ging erst zu einem Wasserfall und danach direkt nach Tamatert.

Oben angekommen gab es marokkanischen Tee und Nüsse.

Es war wunderschön, hier saugten wir die Umgebung auf und genoßen die unglaubliche Aussicht auf die Berge.

Genauso stelle ich mir meinen 40. Geburtstag vor, Marco und ich in Nepal auf dem Annapurna Trail. Diesen Wunsch habe ich vor langer Zeit geäußert und hoffe, dass er in Erfüllung geht.

Dann ging es wieder runter nach Imlil, dort gab es Hähnchnen in einer Tajine, Oliven, Brot und Obst zum Nachtisch.

Auf dem Rückweg hielten wir noch bei einer Kamelfarm und es ging für uns eine Runde durch die Felder. Mittlerweile bin ich kein Fan von so einer Art Ausflüge, wenn es um Tiere ging, aber wir ließen uns überreden und ritten zur ‚Desert Rose‚ von Sting in die Weite.

Der Rest der Gruppe verbrachte den Tag auf den Souks oder im Dar, denn Anna hatte erhöhte Temperatur und fühlte sich nicht so gut.

Den letzten Tag machten wir einen Ausflug in den Yves Saint Laurent Garten.

Der Jardin Majorelle ist eine wunderschöne Oase inmitten von Marrakech. Im Garten findet man Pflanzen aller 5 Kontinente und gerade im Frühling blüht der Garten in wundervollen Farben.

Der Eintritt kostet 7€ p.P.

mehr Infos unter : http://www.jardinmajorelle.com/

Anschliessend ging es noch auf den Souk um ein paar Bersorgungen zu machen, denn Marco und ich hatten ein paar Souvenirs auf der Liste, die noch in unser Handgepäck mussten. Was uns vorallem in der Medina nervte waren die Rollerfahrer, die ohne Rücksicht auf Verluste durch die enge Gassen rasten und eine blaue Dieselwolke hinterließen.

Zum Sonnenuntergang reservierten wir einen Tisch im BlackChif, einem Restaurant mit einer Dachterasse. Das Essen war unglaublich lecker und wir zahlten den ausgewiesenen Preis, der auf der Karte stand. Absolute Empfehlung!

https://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g293734-d13317417-Reviews-BlackChich_Cafe_Restaurant-Marrakech_Marrakech_Tensift_El_Haouz_Region.html

Samstag morgen ging es für uns Richtung AIt Ben Haddou, unser Highlight dieser Reise.

Ait Ben Haddou liegt ca. 180km von Marrakech entfernt und führt durch den Tizi-n-Tichka-Pass.

Die Landschaft ist ziemlich beeindruckend und machte uns teilweise sprachlos. Es ging durch grüne Täler bis hinzu steinartigen Wüste. Die Strassen sind noch teilweise im Aufbau, jedoch mit dem Mietwagen befahrbar, zwischendurch ruckelte es etwas.

Das malerische Ait Ben Haddou ist ein befestigtes Dorf, ein sogenanntes Ksar, am Rand des Hohen Atlas Gebirges. Es liegt am Ufer des meist ausgetrockneten Flusses Asif Mellah und bildet einen Stopp entlang der ehemaligen Karawanenroute zwischen der Sahara und Marrakech.

Die meisten der heutigen Einwohner leben in einem modernen Dorf, welches auf der gegenüberliegenden Flussseite neu errichtet wurde. Nur noch 8 Familien leben im alten Ksar von Ait Ben Haddou.

Es ist seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden und war Drehort für mehr als 20 bekannte Filme, darunter Gladiator, Königreich der Himmel, Indianer Jones, Lawrence von Arabien, Prince of Persia oder Game of Thrones.

Ich buchte im Vorfeld das Riad Caravane, es lag etwas außerhalb der Stadt mit Blick auf Ait Ben Haddou. Wir fuhren durch die Stadt, dann über eine Schotterpiste und standen vor einer alten Holztür. Die Unterkunft kannte ich nur aus dem Internet und hoffte, das es kein Fake war. Als uns ein Hotelangestellter die Tür öffnete, trauten wir unseren Augen nicht. Es war ein Paradies auf Erden!

Ich wollte nur noch meine Kinder holen und direkt hier einziehen.

Dieses detailgetreue Riad war ein absoluter Traum. Die Besitzerin war eine ältere Französin mit einem Händchen für Interior.

Nach dem Check-in wurden wir auch hier mit Minztee und Nüssen begrüßt.

Da es schon 14.00Uhr war, ging es direkt los um Ait Ben Haddou zu erkunden.

Wir liefen die Strasse entlang und überquerten eine Brücke in die Lehmsstadt. Meine Gefühle spielten verrückt, wie schon bei Petra in Jordanien und dem Taj Mahal in Indien. Es war wundervoll und wir waren alle absolut fasziniert von diesem magischen Ort.

Nach der Fotosession suchten wir ein Restaurant, nach zahlreichen Fehlversuchen landeten wir im Chez Brahim. Es gab auch hier Oliven und Brot, eine Hähnchen Tajine und Obst zum Abschluss, mit Blick auf Ait Ben Haddou. Dieses Restaurant können wir wirklich weiterempfehlen.

Der Sternenhimmel soll wunderschön sein, leider war es diese Nacht zu bewölkt, so dass kaum Sterne zu sehen waren. Morgens ging mein Wecker schon um 6.30 Uhr, denn Marco wollte mit mir zum Sonnenaufgang. Wir starteten um kurz nach 7 und trafen eine Gruppe Fotografen am Fluss. Diese waren bereits komplett ausgerichtet und warteten, dass die Sonne hinter den Wolken zum Vorschein kam.

Hier verbrachten wir ca. 2 Stunden, bis wir uns mit den anderen zum Frühstück trafen.

Auf der Terasse verbrachten wir noch etwas Zeit bis wir wieder auscheckten um zurück nach Marrakech zu fahren, denn abends ging es mit dem Flieger zurück nach Düsseldorf.

Leider gab es ein Problem mit der Bezahlung, denn jeden Sonntag fällt in der Stadt der Strom für eine gewissen Zeit aus. Nach langer Diskussion mit der Hotelbesitzerin bezahlte Dawid den Betrag in €, ich bin froh, dass er noch genügend Bargeld dabei hatte, denn auch die Geldautomaten in der Stadt funktionierten nicht.

Gegen Nachmittag wollten wir unseren Mietwagen am Flughafen abgeben, leider konnten wir keine Mietstation finden, so dass wir einige Zeit brauchten, bis wir den richtigen Parkplatz gefunden haben. Die Autos waren natrülich etwas staubig geworden und der Mitarbeiter teilte uns mit, dass wir diese noch zum waschen bringen müssten. Doch wir waren knapp dran, so dass wir uns darauf einigten, dass er die Wagen zum Waschen bringen würde und wir dafür  5€ pro Auto zahlen.

Bei der Ausreise beachtet bitte, dass der Ausreisezettel, wie bei der Ankunft ausgefüllt werden muss und ihr euch vorher beim Check-in Schalter einen Stempel auf eurem Ticket holt. (auch nur mit Handgepäck) Die Boardkarten müssen ausgedruckt mitgebracht werden, online Tickets können Schwierigkeiten mit sich bringen. Obwohl vor uns ein Pärchen auch nur ein Online Ticket hatte und es funktionierte.

Der Flug sollte um 18.55 Uhr starten, doch über Marrakech gab es ein Gewitter mit sehr starkem Wind, so dass nicht klar war, ob wir überhaupt starten können. Es gab unterschiedliche Gerüchte und das Problem, dass man in Weeze nur bis 24.00Uhr landen kann. Doch nach verspäteten Abflug, sowie einer Sondergenehmigung zum landen, waren wir um kurz nach 3.00 Uhr zu Hause angekommen.

Marokko hat unglaubliche Landschaften, freundliche Menschen, jedoch in den Großstädten ist vorsicht geboten. Verbringt eure Zeit nicht nur in Marrakech, fahrt in die Berge oder unternimmt was in der Natur, dann wird euch Marokko die wahre Schönheit zeigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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